5 Jahre Einsatz für die Rechte psychisch Kranker

 

 

Menschenrechtskommission legt Dokumentation vor

 

 

München, den 8.11.1978

 

Anlässlich ihres nunmehr fünfjährigen Bestehens hat die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V." (Sitz München) eine umfangreiche Dokumentation herausgegeben, die über ihre erfolgreiche Arbeit im Blickpunkt der Medien Aufschluss gibt.

 

Die von der Scientology Kirche unterstützte Kommission wurde 1972 von interessierten Bürgern gegründet und im Oktober 1973 als Verein eingetragen. Es war von Anfang an ihr erklärtes Ziel, verbesserte Bedingungen für psychisch Kranke zu erarbeiten und den Menschenrechten für psychisch Kranke überall dort Geltung zu verschaffen, wo diese verletzt werden. Die Bemühungen der Kommission basieren auf dem Grundgesetz, der Europäischen Konvention über Menschenrechte und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Heute hat die Kommission über 50 Mitglieder in der ganzen Bundesrepublik und arbeitet mit anderen Menschenrechtsvereinigungen, Patientenvertretungen, Fachleuten und Politikern zusammen, um Missstände im Psychiatriewesen effektiv zu bekämpfen.

 

Die jetzt veröffentlichte Dokumentation bietet einen guten Überblick über die bisherige Tätigkeit der Kommission und die dabei erzielten Ergebnisse. So war die Kommission maßgeblich an der Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen bundesdeutschen Psychiatrieanstalten beteiligt und konnte mit Unterstützung der Medien in vielen Fällen Abhilfe schaffen. Besonders intensiv hat sich die Kommission in den vergangenen Jahren mit umstrittenen psychiatrischen Behandlungsmethoden, wie Elektroschock und Psychochirurgie auseinandergesetzt. Anhand von dokumentierten Patientenberichten wurde dabei eindringlich auf Persönlichkeitsschäden hingewiesen, die daraus oftmals resultieren. In einer Reihe von psychiatrischen Krankenhäusern wurde inzwischen die "Heilung aus der Steckdose" aufgegeben, aber auch gegen die "Seelenoperationen" hat sich in der Ärzteschaft eine breite Opposition aufgetan, angeführt von dem renommierten Frankfurter Medizinprofessor und Sexualforscher Volkmar Sigusch. In Niedersachen wurde im Mai dieses Jahres ein humanes und fortschrittliches Psychiatriegesetz verabschiedet, wozu die Kommission durch fundierte Eingaben beitragen konnte. Kürzlich hat die Kommission in einer detaillierten Sachvorlage gemeinsam mit Politikern und Fachleuten auf die Gefahren einer "Drogendressur" für sogenannte "hyperaktive" Schulkinder hingewiesen.

 

 

 

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Die KVPM wurde 1972 in München von Mitgliedern der Scientology Kirche gegründet und gehört zum weltweit größten Netzwerk zur Aufdeckung von Missbräuchen in der Psychiatrie.