An

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider,

Kongresspräsident und
Präsident der DGPPN
DGPPN Kongress 2009, ICC Berlin


Berlin 24.11.2009

 

 

Sehr geehrter Herr Prof. Schneider,

hiermit fordern wir die sofortige Suspendierung von

Frau Prof. Dr. med. Sabine C. Herpertz,
DGPPN Vorstand im Bereich Psychotherapie und Psychosomatik,
z.Zt. Direktorin der Klinik für Psychiatrie der Universität Heidelberg.

Wir fordern eine Suspendierung von allen aktiven Ämtern und Funktionen bei der DGPPN und ihrem Vorsitz bei allen Symposien, Debatten und Workshops, und insbesondere beim Plenarvortrag
"Perspektiven der Psychotherapie" des DGPPN Kongresses 2009 am Samstag, 28.11.2009, in dem ausgerechnet "über die Gründe gescheiterter Behandlungen" referiert werden soll.

 

Begründung:

Frau Prof. Herpertz steht als hauptverantwortliche Psychiaterin im Mittelpunkt einer Aneinanderkettung psychiatrischer Fehlschläge und gescheiterter Behandlungen, die mit vier Todesfällen endeten.
 

  1. Am 8.1.2006 verübte der 25 Jahre junge Mario Hagemeister nach 5 Monaten psychiatrischer Behandlung in der Universitätspsychiatrie Rostock Selbstmord. Er wurde als Privatapatient von Frau Prof. Herpertz mit 8 verschiedenen Psychopharmaka (5 Neuroleptika, 2 Antidepressiva, 1 Benzodiazepin) sowie mit Elektroschocks und Fixierungen behandelt. Er erhielt u.a. das von Novartis hergestellte Neuroleptikum Leponex und erlitt bei einer plötzlichen Dosiserhöhung einen epileptischen Krampfanfall. Drei Tage nach seinem Tod wurde dem Vater diese Behandlung von Mario mit über 32 000 Euro in Rechnung gestellt.
     
  2. Am 2. März 2004 verbrannte der 22-jährige Patient Thomas Juritz in seinem Bett. Vorher war er auch in der Unipsychiatrie Rostock behandelt worden, deren Leiterin Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz seinerzeit war. Unter dem Einfluss von Leponex machte Thomas Juritz einen Selbstmordversuch, er sprang vom Balkon im 4. Stock. Seine Mutter berichtete, dass sie einmal unter den Sachen ihres Sohnes in der Klinik ca. 10 Probepackungen Leponex. Wenige Stunden nach seiner Überführung von der Unipsychiatrie Rostock in ein angeschlossenes gemeindepsychiatrisches Übergangswohnheim verbrannte Thomas Juritz unter bis heute ungeklärten Umständen in seinem Bett.
     
  3. Im Januar 2008 erhängte sich der 44-jährige Patient Herr R. H. in einem Waldstück. Auch er war von Prof. Dr. Sabine Herpertz in der Universitätspsychiatrie Rostock behandelt worden.
     
  4. Am 22.05.2008 sprang der Patient R.Z. von einem Kirchturm in den Tod. Der zweifache Vater war ebenfalls in der Unipsychiatrie Rostock behandelt worden. Auch er hatte - wie Mario Hagemeister - nur einen Tag Ausgang aus der Psychiatrie bekommen, den er für seinen Selbstmord nutzte.

Es besteht der Verdacht, dass Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz gegen folgende Paragraphen der Berufsordnung der deutschen Ärztinnen und Ärzte verstoßen hat:

 

Auszug aus der Präambel:

"Für jede Ärztin und jeden Arzt gilt folgendes Gelöbnis:

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein."

 

Regeln zur Berufsausübung 1. Grundsätze

§1 Aufgaben der Ärztinnen und Ärzte:

(1) Ärztinnen und Ärzte dienen der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Bevölkerung.

(2) Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte ist es, das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern, Sterbenden Beistand zu leisten und an der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Gesundheit der Menschen mitzuwirken.

 

Frau Prof Herpertz war behandelnde Chefärztin und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock, Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock.

 
Aus Dokumenten, Auszügen der Patientenakte und Unterlagen, die auf der Internetseite www.psychiatrie.kilu.de nachzulesen sind, ergibt sich folgender Sachverhalt:

 
Mario Hagemeister war ein lebensbejahender, fröhlicher junger Mann. Nach Abschluss seines Abiturs im Jahre 2000 begann er sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Bamberg. Nach einem Jahr wechselte er nach Rostock. Er liebte Philosophie und gute Bücher. Allerdings konsumierte Mario seit seinem 14. Lebensjahr regelmäßig Cannabis. In seiner Studienzeit in Rostock übertrieb er es mit dem Drogenkonsum. Sein Vater, pensionierter Rektor einer Hauptschule in Nordwestfalen-Lippe, berichtete, dass sein Sohn ihn am 4. Februar 2004 völlig aufgelöst angerufen habe und halluzinierte. Sein Vater brachte ihn aus Sorge in die Unipsychiatrie Rostock, Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock. Der Vater berichtete, dass Mario 2 Wochen später in die heimatnahe Psychiatrie in Telgte, Westfalen, verlegt worden sei, wo er 2 Wochen in der geschlossenen Abteilung gewesen sei, danach aber regelmäßig übers Wochenende zu seinen Eltern fahren konnte. Nach ca. 3 Monaten verließ Mario die Psychiatrie und nahm sein Studium in Rostock wieder auf.

 
Allerdings habe Mario ambulant weiterhin Psychopharmaka nehmen müssen - gleichzeitig habe er auch seinen Drogenkonsum wieder aufgenommen. Frau Prof. Dr. Sabine C. Herpertz, Chefärztin und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock, habe Mario Hagemeister als ambulanten Privatpatienten behandelt. Ein Drogenentzug sei allerdings nicht durchgeführt worden.

 
Am 02.08.2005 wurde Mario Hagemeister nach einem Rückfall erneut in die psychiatrische Klinik der Uni Rostock eingeliefert. Bis zu seinem Selbstmord am 08.01.2006 sei er in dieser Klinik mit diversen Psychopharmaka, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben, sowie mit Elektroschockbehandlung traktiert worden. Er wurde mit verschiedenen Psychopharmaka in hohen Dosen regelrecht vollgepumpt. Weder ein Drogenentzug noch eine Psychotherapie, die der Hausarzt empfohlen habe, seien durchgeführt worden. Unter dem Einfluss von Psychopharmaka sei Mario immer verschlossener und weltfremder geworden. In dieser Zeit habe Mario innerhalb von 4 Monaten circa 30 Kg abgenommen.

Marios Vater, Herr Günter Hagemeister, habe Notizen seines Sohnes gefunden, die er über Psychiater und die Wirkung der Psychopharmaka verfasst habe:


"Der Psychiater blickt dann jedenfalls zurück und schaut, was wem geholfen hat, und dann gibt er ihnen Empfehlungen - und vielleicht pumpt er sie auch mit Tabletten voll. Sie dürfen davor nicht zurückschrecken; das alles geschieht nur zu ihrem Besten. Auch wenn die Nebenwirkungen sie in einen sabbernden, steifen, hirnlosen Zombie verwandeln..."

 

Gemäß vorliegender Medikamentenblätter aus der Krankenakte wurden dem damals 25-jährigen Mario Hagemeister regelmäßig fünf verschiedene Neuroleptika, ein Benzodiazepin sowie zwei Antidepressiva verabreicht. Medikamentenblatt und Fixierung

 

Im einzelnen war Mario Hagemeister demnach den Wirkungen und Nebenwirkungen folgender Psychopharmaka ausgesetzt gewesen:

  • Benzediazepin - Tavor ® (Lorazepam) Depressionen gehören zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen ebenso wie Verwirrtheit, Demaskierung einer Depression und Schwindelgefühl. Sehr häufig: Sedierung, Müdigkeit und Benommenheit. Weitere Nebenwirkungen sind Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Angst, Spannungszustände, innere Unruhe, Realitätsverlust, Verhaltensstörungen sowie Suizidgedanken/versuch.
    [Pharmazeutischer Hersteller: Wyeth]
     
  • Neuroleptikum - Leponex ® (Clozapin) Nach den Präparateinformationen kann Leponex u.a. sehr häufig Schläfrigkeit/ Sedierung auslösen, Kopfschmerzen, Tremor, Akathisie, extrapyramidale Symptome, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Harninkontinenz, Müdigkeit. Weitere Nebenwirkungen: Unruhe, Konfusion, Delir, Kreislaufkollaps - bis zum Herzstillstand, Atemdepression/ Atemstillstand, fulminante Lebernekrose und unerklärlicher plötzlicher Tod. 
    [Pharmazeutischer Hersteller: Novartis]
     
  • Neuroleptikum - Haldol ® (Haloperidol) Gemäß Präparateinformationen kann Haldol u.a. zu Spätdyskinesien führen, zum malignem neuroleptischen Syndrom, zu Müdigkeit, Unruhe, Benommenheit, depressiven Verstimmungen, Lethargie, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen sowie zu Sprach-, Gedächtnis- u. Schlafstörungen, zur Störung des Atemrhythmus, Atemnot, Lungenentzündung.
    [Pharmazeutischer Hersteller: Janssen-Cilag]
     
  • Neuroleptikum - Abilify ® (Aripiprazol) Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Benommenheit, Schlaflosigkeit, Akathisie, Schläfrigkeit, Tremor, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen. Gelegentlich wurden auch Suizidgedanken u. Suizidversuche berichtet. 
    [Pharmazeutischer Hersteller: Bristol-Myers Squibb].
     
  • Neuroleptikum - Seroquel ® (Quetiapin) Als Nebenwirkung tritt u.a. sehr häufig Schläfrigkeit auf, Benommenheit, Schwindelgefühl. Auch Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Krampfanfälle werden aufgeführt. Selten: Gelbsucht sowie ein malignes neuroleptisches Syndrom. Sehr selten Spätdyskinesien und das StevensJohnson-Syndrom (= Eine lebensbedrohliche Hautkrankheit, die Hautauschlag und Wunden auf den Schleimhäuten verursacht). 
    [Pharmazeutischer Hersteller: AstraZeneca]
     
  • Neuroleptikum - Solian ® (Amisulprid) Nebenwirkungen umfassen per Präparateinformation u.a. Kammerflimmern od. Herzstillstand, was zum plötzlichen Tod führen kann. Extrapyramid. Störungen wie Tremor, Schläfrigkeit, Schwindel, Spätdyskinesien, Krampfanfälle, Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Angst, Agitiertheit. 
    [Pharmazeutischer Hersteller: Sanofi-Aventis]
     
  • Antidepressivum - Ergenyl chrono ® (Natriumvalproat) Die Nebenwirkungen umfassen u.a.: Dosisabhängig häufig Gewichtszunahme, erhöhter Appetit oder Appetitlosigkeit. Auch von gelegentlicher Reizbarkeit, Hyperaktivität, Verwirrtheit ist die Rede, von Halluzinationen, Schläfrigkeit, Tremor, gelegentlich Kopfschmerzen, Stupor bis hin zum transienten Koma, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen, Demenz mit zerebraler Atrophie (Gewebeschwund im Gehirn). 
    [Pharmazeutischer Hersteller: Sanofi-Aventis]
     
  • Antidepressivum - Lithium Apogepha ® (Lithium) Nebenwirkungen gemäß Präparateinformationen umfassen u.a. Muskelschwäche, Tremor mögl., geringe Sedierung, Schwindel, Libidoverlust. Sehr selten Verstärkung eines M. Parkinson, Nierenschäden, Demaskierung des Brugada-Syndroms (= Patienten dieser Erkrankung sind scheinbar völlig herzgesund, können aber bereits im Jugend- und frühen Erwachsenenalter einen plötzlichen Herztod erleiden).
    [Pharmazeutischer Hersteller: Apogepha]

Die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V. (KVPM) hat beim Bundesinstitut für Medizinprodukte und Arzneimittel (BfArM) Akteneinsicht betreffend Informationen über gemeldete Arzneimittelwirkungen wie Gewalt, Aggression und Suizid beantragt. Daraufhin erhielt die KVPM im Mai 2009 Auszüge aus der Datenbank über unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) des BfArM, zu denen seit 1989 bis zur Gegenwart Fälle von Selbstmord und Selbstverletzung, Feindseligkeit und Aggression gemeldet wurden. Auffällig darin sind hohe Fallzahlen bei vielen Psychopharmaka.

 

Die Psychopharmaka, die Mario Hagemeister verabreicht wurden, tauchten ebenfalls in diesen Unterlagen der Bundesarzneimittelbehörde auf. Im einzelnen wurden der Zulassungsbehörde zu diesen Psychopharmaka folgende Fälle gemeldet:

 

Vorfälle von Suizid u. Suizidversuch, Feindseligkeit u. Aggressionen seit 1989:

Lorazepam (Tavor) 1.691 davon 13 vollendete Suizide, 15 Suizidgedanken
Clozapin (Leponex) 122 davon 13 vollendete Suizide, 6 Suizidgedanken,<br />59 Suizidversuche.
Haloperidol (Haldol) 77 davon 9 vollendete Suizide, 5 Suizidgedanken,<br />40 Suizidversuche.
Aripiprazol (Abilify) 104 davon 13 Suizidgedanken, 53 Suizidversuche
Quetiapin (Seroquel) 236 davon 10 vollendete Suizide, 9 Suizidgedanken,<br />104 Suizidversuche.
Amisulprid (Solian) 65 davon 7 vollendete Suizide, 6 Suizidgedanken,<br />25 Suizidversuche.
Natriumvalproat (Ergenyl) 27 davon 1 vollendeter Suizid, 1 Suizidgedanken,<br />10 Suizidversuche.
Lithium (Lithium) 225 davon 28 vollendete Suizide, 8 Suizidgedanken,<br />106 Suizidversuche

Mittlerweile machen auch psychiatrische Experten öffentlich, dass es durch Neuroleptika zu einer erhöhten Mortalität kommt. So schreibt z.B. Volkmar Aderhold, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie & Psychotherapeutische Medizin, der am Institut für Sozialpsychiatrie der Universität Greifswald tätig ist in seinem Artikel Mortalität durch Neuroleptika, der 2007 im Magazin Soziale Psychiatrie veröffentlicht wurde:
 
"Obwohl plötzliche Todesfälle durch Neuroleptika bereits seit den 1960er Jahren bekannt sind, wurden erst in den letzten Jahren mehrere systematische epidemiologische und kontrollierte Verlaufsstudien in hochrangigen Journals publiziert. ... Die erhöhte Suizidrate seit Anwendung der Neuroleptika liegt wahrscheinlich ... (2) in pharmakogenen Effekten durch und nach Neuroleptika, z.B. ne uroleptikainduzierte Depressivität, Dysphorie und Akathisie (Lehmann 1996, 2002), 'neuroleptisches Diskontinuitätssyndrom" mit Reboundeffekten (Gilbert et al. 1995; Tranter et al. 1998), Intensivierung von Psychosen nach Neuroleptikabehandlung ..."
 
Dr. med Dieter Lehmkuhl, Psychiater und Psychotherapeut, der bis 2006 den Sozialpsychiatrischen Dienst in Berlin-Reinickendorf leitete, schrieb in seinem Vorwort Nihil nocere! - Eine Einführung zum Beitrag 'Mortalität durch Neuroleptika' von Volkmar Aderhold: "Aderholt geht es jedoch nicht primär um die Diskussion Atypika-Typika, sondern um den Stellenwert von Neuroleptika in der Behandlung der Psychosen überhaupt, nicht zuletzt angesichts des hohen Risikos schwerer körperlicher Erkrankungen und vorzeitiger Sterblichkeit ... Nihil nocere gilt als fundamentaler Grundsatz ärztlichen Handelns. Die klinische Praxis aber zeigt, dass bei der Anwendung von Neuroleptika (NL) allzu oft aus Ohnmacht, Unbedachtheit, Unkenntnis, Desinformation, aus interessengeleiteter Fortbildung und fehlenden Alternativen dagegen verstoßen wird. Aderhold schlussfolgert: 'dass in einer wissenschaftlich unabhängigen Psychiatrie ein solcher für viele Patienten fataler Skandal nicht passiert wäre.'"

 

Trotz der erdrückenden Belege für die schwerwiegenden und gefährlichen Neben- und Auswirkungen von Neuroleptika, Antidepressiva und Benzodiazepinen wurde Mario Hagemeister monatelang regelmäßig damit behandelt und dann, am 01.10.2005, in verwirrtem Zustand aus der Uni-Psychiatrie Rostock ins Wochenende entlassen - allerdings wurden weder seine rund 470 km entfernt wohnenden Eltern, noch Freunde oder Bekannte über seine Wochenendbeurlaubung informiert. Mario sei dann am 02.10.2005, halb nackt und völlig desorientiert, an einer Bushaltestelle aufgegriffen worden. Mario berichtete, dass er sich "todlaufen" wollte, wie er seinem Vater mitteilte.

 

Am 04. oder 05.10.2005 habe der Vater, Günter Hagemeister, die behandelnde Psychiaterin Frau Prof. Dr. Herpertz damit konfrontiert. Sie habe es angezweifelt.

Gemäß Fixierungsprotokoll sei Mario vom 02.10. - 07.10.2005 mit Unterbrechungen, also 5 Tage und Nächte am Bett fixiert worden, mit halbstündigen Überwachungsintervallen. Zwei Wochen später habe der mittlerweile gebrochene Mario dem Pflegepersonal gegenüber geäußert, dass er am liebsten von einem Hochhaus springen und nichts mehr merken wolle. Seine Suizidgedanken und Absichten waren den Psychiatern und dem Pflegepersonal hinlänglich bekannt. Bis Weihnachten 2005 habe sich sein Zustand so verschlechtert, dass er nicht über die Feiertage nach Hause fahren durfte, obwohl die Familie ihn abgeholt und rund um die Uhr betreut hätte und zudem zwei Ärzte zur Betreuung zur Verfügung gestanden haben. Das Suizidrisiko sei der Chefärztin Frau Prof. Dr. Sabine Herbertz zu groß erschienen.

Am 7.01.2006 habe Mario seiner Freundin Julia am Telefon gesagt, wie schlecht es ihm ginge und wollte ihr auch nicht versprechen, dass er sich nichts antun würde.
 
Trotz wiederholt angedeuteten Suizidgedanken und Intentionen hat die Psychiaterin Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz ihren Privatpatienten Mario Hagemeister am 08.01.2006 für 12 Stunden in einen Tagesurlaub geschickt, obwohl Mario den Beurlaubungsschein nicht unterschrieben hat. Im Vorgespräch habe er Frau Dr. Herpertz vielmehr nicht versprechen wollen, im Rahmen seines Freiganges keine Drogen zu nehmen. Trotzdem wurde er am 08.01.2006 auf Tagesurlaub geschickt. Wieder seien weder seine Eltern noch seine Freunde über Marios Ausgang informiert worden. Um Mitternacht sprang er vom Dach des Hotels Neptun in den Tod.

 

Am nächsten Tag, dem 09.01.2006, habe sich die Psychiaterin Prof. Sabine Herpertz am späten Nachmittag telefonisch bei den trauernden Eltern gemeldet, um die weitere Behandlung Marios zu besprechen. Zu dem Zeitpunkt habe sie weder gewusst, dass Mario bereits seit ca. 17 Stunden tot war, noch, dass er nicht in die Klinik zurückgekehrt war, obwohl sie seine persönlich behandelnde Psychiaterin und zudem die Leiterin der Klinik war und der hunderte von Kilometern entfernt lebende Vater bereits von der furchtbaren Todesnachricht seines Sohnes erfahren hatte.

 

Nach dem Tod von Mario Hagemeister behauptete die Psychiaterin Prof. Herpertz am 10.01.2006 in einem Brief an den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Schuff-Werner der Uni-Psychiatrie Rostock: "... für akute Suizidalität ergab sich in ausführlichen Gesprächen keinerlei Anhalt". Dabei hatte sie ihm wenige Wochen zuvor verboten, Weihnachten zuhause zu verbringen, weil er 'extrem suizidgefährdet sei', wie Günter Hagemeister in seinem Gedächtnisprotokoll festhielt.
 

Ebenso beziehe sich der Assistenzarzt Herr Dr. Kumbier, der Mario erst seit etwa 4 Tagen gekannt und seine Behandlung genehmigt habe, in seinem eigenen Bericht vom 09.06.2006 auf den Bericht seiner Chefin Frau Prof. Dr. Herpertz, der zu dem Zeitpunkt aber nicht vorgelegen haben kann, da er noch gar nicht geschrieben war. Desweiteren seien für den Privatpatienten Mario Hagemeister ausdrücklich die Chefärztin und in Vertretung der Oberarzt verantwortlich gewesen, und nicht die Assistenzärzte.

 

Der Gipfel der verantwortungslosen psychiatrischen Fehlschläge, die schließlich im Tod eines jungen Menschen ihr Ende fanden, ist die Rechnung der Klinik der Universität Rostock an den Vater des verstorbenen Mario Hagemeister, die sich für die Behandlung von Mario in der Psychiatrie auf 32.697,57 Euro beläuft. Mit dieser Rechnung wurde an den Tagesurlaub von Mario am 08.01.2009 plötzlich eine "Entlassung" geknüpft, so dass sein Tod offiziell nicht die Statistik "Patientenabgang durch Tod" des Hauses befleckt.

 

Wie oben bereits beschrieben, haben sich drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Behandlung in der Psychiatrie Rostock ereignet.
 

Wir fordern die DGPPN auf, eine unabhängige Untersuchung aller vier Todesfälle im Zusammenhang mit der psychiatrischen Uniklinik Rostock einzuleiten, insbesondere im Hinblick auf die verabreichten Psychopharmaka und deren laut Fachinformation und Beipackzettel bekannte Nebenwirkungen, zu denen häufig Aggressionen und Suizidgedanken gehören, sowie im Hinblick auf die Dosierung dieser Mittel (Erhöhung, Reduzierung, Wechsel, Kombination - alles Faktoren, die ebenfalls unvorhersehbare Reaktionen auslösen können).
 

Weiter fordern wir die DGPPN auf, Frau Prof. Herpertz bis zum Abschluss der Ermittlungen von allen aktiven Ämtern und Funktionen bei der DGPPN und beim DGPPN Kongress 2009 zu suspendieren, wie z.B. von ihrer Tätigkeit im wissenschaftlichen Programmkomitee, von ihrem Vorsitz bei allen Symposien, Debatten und Workshops sowie beim Plenarvortrag "Perspektiven der Psychotherapie" am Samstag, 28.11.2009, in dem u.a. "über die Gründe gescheiterter Behandlungen" referiert wird.

Zudem sollte geprüft werden, welche Verflechtungen Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz mit den pharmazeutischen Herstellern der Psychopharmaka hat, die Mario Hagemeister verordnet wurden. Eine schnelle Recherche hierzu im Internet ergab bereits folgende Anhaltspunkte:

  • Frau Sabine Herpertz war Referentin beim 7. Kongress der GPGF in Heidelberg, 2005. Sponsoren der Veranstaltung waren u.a. die Pharmafirmen Astra Zeneca, Lilly Deutschland, Janssen-Cilag, Bristol-Myers Squibb, GlaxoSmithKline, Novartis, Organon, Lundbeck, Sanofi-Aventis, Wyeth-Pharma.
     
  • Frau Sabine Herpertz war im Programmkomitee des 25. Symposiums der AGNP in München, 2007. Die Veranstaltung wurde von 8 Pharmafirmen gesponsert, darunter Astra Zeneca, GlaxoSmithKline, Lilly Deutschland, Pfizer und Wyeth.
     
  • Frau Sabine Herpertz hatte die wissenschaftliche Leitung und weitere Funktionen beim 6. Hansesymposium in Rostock, 2008, ausgerechnet im Hotel Neptun, wo sich 21/2 Jahre zuvor ihr Expatient Mario Hagemeister vom Dach gestürzt hatte. Die Veranstaltung wurde u.a. von den Firmen Bristol-Myers Squibb, JanssenCilag, Lilly Deutschland, Lundbeck, Merz, Novartis und Pfizer gesponsert.
     
  • Frau Sabine Herpertz war Referentin beim V. Innovationskongress in Berlin, 2009, an dem auch zwei hochrangige Vertreter der Pfizer Pharma GmbH teilnahmen, einer davon sogar als Referent. Die Veranstaltung wurde u.a. von den Herstellern Roche, Pfizer und Novartis gesponsert.
    Wir empfehlen die zuständige Ärztekammer in die Untersuchung einzubeziehen, um in Erfahrung zu bringen, welche vertraglichen Vereinbarungen Frau Prof. Dr. Sabine Herpertz mit den o.g. pharmazeutischen Herstellern hat.

Wir bitten Sie, uns über das Ergebnis und die Schlussfolgerungen Ihrer Untersuchung des DGPPN-Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Sabine Herpertz schriftlich zu unterrichten.

 

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Bernd Trepping
Präsident KVPM Deutschland e.V.

 

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Die KVPM wurde 1972 in München von Mitgliedern der Scientology Kirche gegründet und gehört zum weltweit größten Netzwerk zur Aufdeckung von Missbräuchen in der Psychiatrie.