Fakten über die Psychiatrie in Deutschland

  

  • Im Jahre 2011 wurden über 142.000 Menschen zwangseingewiesen. 
    Dabei wurden in Bayern nach dem Betreuungsrecht 11 mal mehr Menschen per Zwang eingewiesen als in Thüringen. Im Westen Deutschlands wurden zweieinhalb mal so häufig Menschen zwangseingewiesen wie im Osten. Man kann also davon ausgehen, dass ein großer Teil von Patienten, die in einem Bundesland zwangsbehandelt wurden, dies in anderen Teilen Deutschlands erspart geblieben wäre. Da es äußerst unwahrscheinlich ist, dass im Westen mehr als doppelt so viele Menschen psychisch krank sind wie im Osten, spielen hier wohl eher andere Gründe eine Rolle. Der Bundesregierung liegen zudem keine Erkenntnisse zum Nutzen von Zwangsbehandlungen vor.

    Quelle: Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage(17.09.2012)

    In diesem Zusammenhang drängt sich die Sicht des französischen Soziologen Michel Foucault auf, der Verrücktheit (Psychose) und psychische Normalität nicht als objektive Diagnosen, sondern als subjektive Urteile ansieht. Laut Foucault dient die Abgrenzung zwischen Normalität und Verrücktheit auch der gesellschaftlichen Kontrolle. Die klinische Psychiatrie könne so als normstiftende Machtinstanz dienen.

  • Über 57.000 Menschen starben in den letzten 20 Jahren in psychiatrischen  
    Anstalten Deutschlands.

    Quelle: Statistisches Bundesamt (Fachserie 12, Reihe 6.1)
     
  • 3,3 Millionen Bürger schlucken hierzulande Psychopharmaka.

    Quelle: Techniker Krankenkasse (unikosmos.de)
     
  • Mittlerweile werden 400.000 Kindern und Jugendlichen Psychopillen gegen angebliche Hyperaktivität verordnet. Im Jahre 1995 waren es nur 5000 Kinder. Dabei werden die Eltern meist nur unzureichend über die Nebenwirkungen aufgeklärt und nicht darüber informiert, dass psychiatrische Diagnosen wie z.B. die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) keine wissenschaftliche Grundlage haben.

    Quelle: Deutsches Arzneiprüfungsinstitut
     
  • In Deutschland hat sich seit Anfang der 1990er Jahre die gegen ADHS bei Kindern verschriebene Menge von Methylphenidat (chemischer Wirkstoff enthalten u.a. in Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym) dramatisch vervielfacht: Von 34 Kilo im Jahr 1993 auf fast 1,8 Tonnen im Jahr 2011 – die mehr als fünfzigfache Menge.  

    Quelle: BfArM, Bundesopiumstelle, Erwerb von Methylphenidat durch Apotheken
     
  • Die Pharmaindustrie verdient prächtig daran: Sechs Pharmakonzerne bieten Methylphenidat auf dem deutschen Markt an. 2010 machte die Pharmafirma Novartis, Hersteller von Ritalin aus Nürnberg, mit Methylphenidat weltweit einen Umsatz von 464 Millionen Dollar. 2006 waren es erst 330 Millionen Dollar gewesen.

    Quelle: Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten, Pressemitteilung 14.02.2012:
    „Bei Psychotherapie wäre das nicht passiert!“

     
  • Im Jahre 2011 belief sich der Umsatz mit Psychopharmaka wie Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizern und Stimulanzien in Deutschland auf 1,78 Milliarden €.
     
    Quelle: Arzneiverordnungs-Report 2012
      
  • Dabei betrachtet mittlerweile selbst der Erfinder der ADHS-Diagnose, der US-Psychiater Leon Eisenberg, die Diagnose ADHS als ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.
     
    Quelle: FAZ online vom 16.02.2012, „Ritalin gegen ADHS – Wo die wilden Kerle wohnten“
     
  • Aufgrund schwerer unerwünschter Nebenwirkungen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Jahr 2009 die Zulassung für das ADHS-Mittel Methylphenidat geändert.
     
    Quelle: Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, 07.09.2009

     
  • Darüber hinaus hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Jahr 2010 die Arzneimittel-Richtlinie für Methylphenidat eingeschränkt.  
     
    Quelle: Pressemitteilung des G-BA vom 16.09.2010
     
  • Bereits 2008 berichtete das ARD-Politikmagazin Report Mainz, dass auch Neuroleptika vermehrt an Kinder und Jugendliche verschrieben werden. Dem Magazin lagen Daten einer seinerzeit noch unveröffentlichten Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln vor, die einen alarmierenden Anstieg bei der Verschreibung neuartiger Neuroleptika bei Kindern und Jugendlichen nachweist. Im Jahr 2000 erhielten demnach 6.864 Kinder und Jugendliche in Deutschland neuartige Neuroleptika. 2006 waren es bereits 28.100. Innerhalb von sechs Jahren seien die Verschreibungszahlen um das Vierfache gestiegen.  
     
    Quelle: SWR Report Mainz vom 20.10.2008, Gefährlicher Trend – Neuroleptika werden vermehrt an Kinder & Jugendliche verschrieben
     
  • Neuroleptika haben schwere und teilweise irreversible Nebenwirkungen, die sogar zum Tode führen können. Veröffentlichungen von Dr. med. Volkmar Aderhold über mehrere Studien haben gezeigt, dass Neuroleptika die Lebensdauer bis zu 25 Jahren verkürzen können.
     
    Quelle: Aufsatz „Mortalität durch Neuroleptika“, Soziale Psychiatrie 04/2007
     
  • In Deutschland arbeiten 17.000 Pharmareferenten mit 25 Millionen Arztkontakten pro Jahr. Die Kosten dafür belaufen sich auf 2 Milliarden €. Jedes Jahr werden 8,000 € bis 13.000 € für jeden einzelnen Arzt für Marketingmaßnahmen ausgegeben.
     
    Quelle: Dr. med . Volkmar Aderhold, „Neuroleptika – Effekte, Risiken, Aufklärung und Behandlungskontexte“, 01/2007
     
  • Nach Angaben vom Stern gibt es in Deutschland rund 20.921 Apotheken. Es heißt dort weiter: „Selbst beinharte Lobbyisten räumen unter der Hand ein, dass 16.000 genügen. Zum Vergleich: Die Nation kommt mit 12.000 Drogerien aus. Und mit 14.300 Tankstellen. ... Jede vierte Apotheke bringt ihrem Besitzer mehr als 150.000 € Gewinn im Jahr.“
     
    Quelle: Stern Artikel vom 15.8.2013, „Schluss mit den bitteren Pillen“
     
  • Parallel zur Flut der stetig zunehmenden Psycho-Diagnosen bei Kindern und der ausufernden Verschreibung von Psychopharmaka steigt auch die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern durch das Jugendamt rapide an. Während 1995 in Deutschland 23.432 Kinder ihren Familien entrissen wurden, waren es 2012 bereits rund 40.227 Kinder, die aus ihren Familien genommen und entweder in eine Pflegefamilie oder in Heime gesteckt und dort häufig mit Psychopillen behandelt wurden. Pro Kind werden mehrere Tausend € monatlich für die Betreuung kassiert.
     
    Quelle: Statistisches Bundesamt, Inobhutnahmen Minderjähriger 1995-2012
     
  • Dabei ist nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik Deutschland die Zahl der Kindesmisshandlungen seit 2010 rückläufig. 2012 wurden nur 3.450 Fälle erfasst. Demgegenüber erscheint die Vielzahl „präventiver Maßnahmen zum Schutz des Kindeswohls“, die an KITAs und Schulen veranlasst werden, unverhältnismäßig hoch.
     
    Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Deutschland – Kindesmisshandlung
     
  • Mit der Aufdeckung der gefährlichen Risiken von Psychopharmaka haben sich auch die Schadensersatzklagen erhöht. In den USA mussten Pharmafirmen über 4,9 Milliarden US Dollar (3,3 Milliarden Euro) an straf- und zivilrechtliche Strafen und bei Vergleichen zahlen. Das zog weitere Konsequenzen nach sich: Am 05.02.2010 wurde in der US-Presse mitgeteilt: "Glaxo to Shift Away From Antidepressant Research" ("Glaxo verabschiedet sich von Antidepressiva-Forschung"). Am 02.03.2010 teilte Reuters mit: "AstraZeneca drops psychiatric, and other drug research" ("AstraZeneca lässt Forschung von Psychopharmaka und anderen Medikamenten fallen").
     
    Quellen:
    Wall Street Journal online (05.02.1020),
    Reuters online (02.03.2010)

     
  • Mittlerweile gibt es zahlreiche Warnungen von Arzneimittelbehörden auf der ganzen Welt vor den horrenden Nebenwirkungen von Psychopharmaka und ihren gewalt- und suizidfördernden Wirkungen.  
     
    Quelle: Zusammenstellung „Warnungen von Arzneimittelbehörden weltweit“