„Ich kann das nicht steuern“ – Ausstellung in Stuttgart thematisiert Gewaltausbrüche nach Psychopharmaka
Stuttgart, 10. Mai 2026
Mit drastischen Erfahrungsberichten über Gewaltausbrüche und Aggressionen nach psychiatrischer Behandlung mit Psychopharmaka ist am Samstag auf dem Pariser Platz in Stuttgart die internationale Ausstellung „Psychiatrie: Tod statt Hilfe!“ eröffnet worden.
In einem 150 m² großen Zelt erhalten Besucher bis einschließlich Samstag, den 16. Mai täglich von 10 bis 22 Uhr freien Zugang zu einer erschütternden Chronologie schädigender psychiatrischer Praktiken – von den Anfängen der Psychiatrie bis in die Gegenwart. Veranstalter ist die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) Württemberg e.V.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht dieses Jahr u.a. der mögliche Kontext zwischen Psychopharmaka und plötzlichen Gewaltausbrüchen und Amokläufen. Auf großformatigen Schautafeln, Videostationen und in Dokumentationen werden zudem Zwang und Gewalt in Anstalten, Elektroschocks, Warnungen von Arzneimittelbehörden vor gefährlichen Risiken von Psychopharmaka sowie die wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Psychiatrie und der Pharmaindustrie thematisiert.
Die pensionierte Lehrerin Gudrun L. schilderte bei der Eröffnung eine Szene aus ihrem Schulalltag:
„Ich betrete das Klassenzimmer und sehe einen Schüler, der einen Stuhl quer durchs Klassenzimmer schleudert – fünf Zentimeter an der Schläfe eines Mitschülers vorbei. Auf meine Frage warum er das tue, antwortete er: ‚Das ging von alleine. Ich kann das nicht steuern.´“
Später habe sie erfahren, dass der Schüler bereits seit längerer Zeit Ritalin bekommen habe.
Der Psychiatriebetroffene Stuttgarter Robert F. berichtete über seine eigenen Erfahrungen. „Ich bekam wegen angeblicher Depressionen und zur angeblichen ´Vorbeugung gegen Parkinson´ verschiedene Psychopharmaka verschrieben, u.a. Zyprexa, Cytalopram und Akineton. Über die Nebenwirkungen wurde ich von den behandelnden Psychiatern nicht aufgeklärt. Als ich schließlich gegenüber meiner Mutter, die ich sehr liebe, sehr aggressiv wurde und sie packte, wachte ich auf. Ich entschied, dass ich was ändern musste. Ich setzte die Psychopharmaka langsam ab und meine Aggressivität legte sich“, sagte Robert F. bei der Ausstellungseröffnung.
Bernhard Holz, Präsident der KVPM Württemberg e.V., erklärte, die neue Dokumentation „Rezept für Gewalt: Die tödlichen Nebenwirkungen der Psychiatrie“ präsentiere Interviews mit Opfern, Ermittlern, Anwälten, Psychologen und Psychiatern über dokumentierte Warnhinweise, Gewalt- und Suizidrisiken sowie den diskutierten Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Einsatz von Psychopharmaka und Amokläufen sowie Selbstmorden.
Holz sagte: „Viele psychiatrische Medikamente können Aggressionen, Feindseligkeit und Depersonalisation als Nebenwirkungen haben, die zu plötzlichen Gewalttaten führen können. Diese potentiell tödlichen Folgen von Psychopharmaka sind hinreichend dokumentiert und der Fachwelt bekannt. Trotzdem wird dieser Faktor meist totgeschwiegen.“ Weiter erklärte er: „Wenn bekannte Warnhinweise ignoriert werden, tragen Verschreiber Mitverantwortung für mögliche Folgen.“
Die Häufung schwerer Gewalttaten ohne nachvollziehbares Motiv sowie durchschnittlich zwei Amoktaten pro Tag in den USA führten im Bundesstaat Florida 2026 zum neuen Gesetz SB-54. Behörden müssen dort künftig prüfen, ob psychotrope Substanzen bei mutmaßlichen Tätern eine Rolle spielten. In Deutschland bleibt dieses Thema dagegen seit Jahrzehnten weitgehend tabuisiert. Statt ein Register für Gewalttaten und Amokläufe nach Psychopharmaka einzuführen, wie es die KVPM Deutschland e.V. seit Jahren fordert, verlangen führende Psychiater mehr Geld, mehr Einfluss und mehr psychiatrische Eingriffe – obwohl sie selbst Teil des Problems sein könnten.
Bereits in den vergangenen Jahren war die Ausstellung „Psychiatrie: Tod statt Hilfe“ auf dem Pariser Platz in Stuttgart zu sehen und sorgte dort für Diskussionen über psychiatrische Zwangsbehandlung und den Einsatz von Psychopharmaka bei Kindern. Erst vor wenigen Wochen wurde die Ausstellung in Düsseldorf gezeigt. Weitere Stationen in diesem Jahr sind Hamburg, München, Frankfurt und Berlin.
Bilder frei gegeben, Quelle: kvpm
Foto 1:
Bernhard Holz, Präsident der KVPM Württemberg e.V., eröffnet die Ausstellung „Psychiatrie: Tod statt Hilfe!“ auf dem Pariser Platz in Stuttgart.
Foto 2:
Die pensionierte Lehrerin Gudrun L. erklärte, sie habe in fast vier Jahrzehnten als Lehrerin beobachten können, wie Jugendliche unter Psychopharmaka oft starke Persönlichkeitsveränderungen zeigten.
Für Interviews:
Bernd Trepping, Präsident
KVPM Deutschland e.V.
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